Punk-Foto: Leipzig, 1985, Konzert. Imad: Gitarrist bei L'Attentat und STASI-Spitzel
Leipzig, 1985 - Imad: Gitarrist bei L'Attentat und STASI-Spitzel
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Bild 38 von 43 aus Album Too much future - Punk in der ...

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vorwaerts
Foto/Aufnahme von: unbekannt +++ Jahr: 1985 +++ Ort: Leipzig +++ Anlass: Konzert
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@Frank
Da greift kein Gesetz, das ist ehr ne moralische und ne Charakter-Frage. Andererseits, und da kann ich als ehemaliger Bewohner eines der besetzten Hauses auf der Düsseldorfer Kiefernstrasse (Laut Verfassungsschutz gehörten wir zum „Sympathisanten- und Unterstützerkreis der RAF“) aus eigener Erfahrung sprechen, gab es auch bei uns in Westdeutschland gezielte Anwerbungsversuche durch den bundesdeutschen Verfassungsschutz. Dreimal haben sie es bei mir versucht. Ich hätte schliesslich gute Kontakte zu den Anti-Imperialisten auf der Kiefern, und könnte den Dienst doch über deren geplante Aktionen informieren. Man hat mir dafür auch Kohle geboten. Erst als ich drohte die Sache mit Hilfe eines befreundeten Anwalts öffentlich zu machen, hat man mich in Ruhe gelassen.
... Günter Gruse (18.04.2014 01:33:01)
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Üble Geschichte. Habe selbst Verwandschaft mütterlicherseits im Osten. Nach der Wende kam raus dass der Sohn seine eigene Mutter bespitzelt hatte , jahrelang.

Hat das Schwein oben nach der Wende für seine Stasitätigkeit büßen müssen (Gerichtsverfahren) ?
... Frank (16.04.2014 20:12:12)
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Als 1990 die ersten Gerüchte über Imaads STASI-Verstrickungen bis nach Dortmund vorgedrungen sind, habe ich plötzlich vieles klarer gesehen. Z. B. wieso die STASI im Jahre 1985 innerhalb kürzester Zeit so gut über meinen Kontakt zu Bernd Stracke, dem Sänger der Leipziger HC-Band "L'Attentat", infomiert war. Kein Wunder: Die STASI selber spielte bei „L‘Attentat"Gitarre: Eben jener Imaad. Zum Hintergrund: 1985 ist in meinem FOH-Fanzine (Nr. 2) unter der Headline „Leipzig Punx: Ein Bericht vom tragischen Untergang“ eine Bestandsaufnahme über die damalige Punk- und Skinhead-Szene in der DDR erschienen. An sich waren Szeneberichte ja nichts besonderes, - aber, und das war in diesem Fall wirklich ein Novum in der westdeutschen Fanzineszene, weil es bis dahin noch keinen so authentischen Szenebericht aus Honnekers DDR gegeben hatte. Authentisch, weil Bernd Stracke, der Autor dieses Artikels, nicht nur DDR-Bürger war, sondern auch Szene-Insider mit Kontakt zu fast allen wichtigen Punk-Bands der DDR, wie z. B. SCHLEIMKEIM aus Erfurt, PLANLOS, NAMENLOS und UNERWÜNSCHT aus Ostberlin, ZUCHT aus Leipzig oder PARANOIA aus Dresden. Bis dahin hatte ich ja immer gezweifelt, ob es in der DDR überhaupt eine aktive Punkszene geben würde, bis ich im März 1985 einen Brief von Bernd in meinem Briefkasten fand, der meine Zweifel beseitigte. ‭Es folgte ein reger Briefkontakt‬ ‭zwischen Dortmund und Leipzig, in deren Verlauf ich Bernd den Vorschlag machte, für mein Fanzine einen Bericht über die DDR-Szene zu schreiben. ‬Hätte ich damals gewusst, dass Bernds Szene-Report zu einem Politikum werden würde, das STASI (DDR-Staatssicherheit) und DDR-Justiz auf den Plan rufen sollte, dann hätte ich ihm dieses Angebot nicht gemacht. Noch weniger, wenn ich geahnt hätte, dass Imaad, der mir mehrfach über Bernd „herzliche Grüsse" ausrichten liess, ein STASI-Spitzel war. Jedenfalls wurde Bernd sieben Wochen nach dem Erscheinen seines Artikels im “FOH” wegen “illegaler Kontakte und Nachrichtenübermittlung ins nichtsozialistische Ausland” (das war Dortmund) und “Herabwürdigung von staatlichen Organen der DDR” von der STASI verhaftet und nach zwei Monaten U-Haft zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Kurz nach seiner Verhaftung, wurde auch Bernds Freundin Marlies verhaftet, u. a. weil sie mir in einem Brief Bernds Verhaftung mitgeteilt hatte. Und zu mehreren Monaten Knast auf Bewährung verurteilt. Das man auch sie verhaftet hatte, habe ich wiederum von Imaad erfahren.
... Günter Gruse (16.04.2014 01:29:09)
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